Naturnahen Fließgewässern

Unter naturnahen Fließgewässern versteht man nicht oder nur wenig ausgebaute bzw. begradigte Fließgewässer einschließlich der Ufervegetation. Sie sind gekennzeichnet durch eine naturnahe Wasser- und Ufervegetation, wechselnde Fließgeschwindigkeiten sowie vielgestaltige Bett- und Uferstrukturen: seichte und tiefe Stellen, Steil- und Flachufer, Uferabbrüche.

 Bergwiesen

Bergwiesen zeichnen sich durch ihren hohen Anteil an blütenreichen, würzigen Kräutern und eine artenreiche Tierwelt aus. Blühende Wiesen üben auf den Naturfreund eine große Anziehungskraft aus und dienen als lohnendes Ausflugsziel, wie zum Beispiel die Geisingbergwiesen bei Altenberg. Artenreiche Bergwiesen bieten Erholungsmöglichkeiten, vermitteln einzigartige ästhetische Eindrücke und geben Gelegenheiten zu Naturbeobachtungen. Der Kräuterreichtum von Bergwiesen stellt eine wertvolle Genressource dar, z.B. in Bezug auf Heilkräuter und Gewürzpflanzen oder zur Gewinnung gebietsheimischen Saatgutes. Die unterschiedliche regionale Verbreitung spezifischer Grünlandtypen vermag deutlich zur regionalen Eigenart einer Landschaft beizutragen.

 Steinrücken

Steinrücken gehören zu den pflanzenartenreichsten Biotopen der Kulturlandschaft und stellen Rückzugsgebiete und Wanderkorridore für viele Tierarten dar. Sie bewirken positive mikroklimatische Effekte in ihrer unmittelbaren Umgebung. So mindern sie die Windgeschwindigkeit, erhöhen die Niederschlagsmenge (durch Festhalten des Regens und Auskämmen des Nebels sowie durch Anhäufung von Schnee), beschatten den Boden und schwächen die Wärmestrahlung ab. An Hängen schützen Steinrücken aufgrund ihrer dichten Durchwurzelung den Boden vor Erosion. Die Gehölzvegetation der Steinrücken filtert die Luft von Staub und anderen Partikeln. Sie gliedern die Landschaft und tragen durch ihre reichhaltige Naturausstattung erheblich zur Schönheit und Einmaligkeit des Ost-Erzgebirges bei (STUFA, o.J.). Wie der bisweilen unsensible Umgang mit Steinrücken – auch noch in der Gegenwart – zeigt, sind vielen Menschen deren vielfältige Funktionen bzw. Ökosystemdienstleistungen nicht bewusst.

 Mooren

Mooren und ihre besondere Rolle für den Wasserhaushalt einer Landschaft, für den Ausgleich des Mikroklimas und als Lebensraum einer bemerkenswerten Pflanzen- und Tierwelt ist durchaus bekannt, wenn auch vielen Menschen nicht immer bewusst. Im dicht besiedelten Mitteleuropa vermitteln Moore den Eindruck letzter Oasen einer relativ unberührten Natur und ziehen interessierte Besucher an. Dort, wo sie für den Besucherverkehr erschlossen und mit Naturlehrpfaden ausgestattet sind, so wie das unmittelbar an der deutsch-tschechischen Grenze gelegene Georgenfelder Hochmoor, kommt ihnen eine Bildungsfunktion zu, indem sie z. B. zur Landschaftsgeschichte und zur Pflanzen- und Tierwelt informieren.

 Naturhanhle Wälder

Naturnahe Wälder entsprechen in ihrer Baumartenzusammensetzung und Bestandsstruktur weitgehend der potenziellen natürlichen Vegetation und zeichnen sich durch eine – im Vergleich zu Forsten – geringere Nutzungsintensität aus. Häufig enthalten sie höhlenreiche Einzelbäume bzw. Altholzinseln. Im Erzgebirge sind das vor allem Bergmischwälder (mit vorherrschender Rotbuche), Steilhang- und Schluchtwälder sowie – in den obersten Kammlagen – Bergfichtenwälder. Die größere Komplexe naturnäher Wälder befinden sich im Weicholdswald (NSG), bei Bärenfels (NSG Hofehübel), bei Rehefeld (NSG Hemmschuh) am Geisingberg (NSG) und im Müglitztal. Auf der tschechischen Seite der Grenze ist der gesamte Südhang des Erzgebirges von naturnahen Waldflächen mosaikhaft durchsetzt, so nordwestlich von Osek (um Burg/Hrad Osek und den Berg Stropnik), um Mikulov (nach Nordwesten bis Moldava, nach Südosten bis Dubi), zwischen Dubi und Telnice, südwestlich Krasný Les bis nordöstlich von Zadni Telnice/Adolfov.